Pro-Kopf-Verschuldung steigt auf 31.887 Euro

Schulden steigen 2025: Pro Kopf liegt die öffentliche Verschuldung in Deutschland bei 31.887 Euro. Bund, Länder und Kommunen erhöhen die Last.

Von Redaktion Wiesbaden4 Min. Lesezeit

Die Pro-Kopf-Verschuldung des Öffentlichen Gesamthaushalts in Deutschland ist im Jahr 2025 auf 31 887 Euro gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, belief sich der Schuldenstand von Bund, Ländern, Gemeinden und Gemeindeverbänden sowie Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte zum Jahresende auf insgesamt 2 662,2 Milliarden Euro. Das waren 151,4 Milliarden Euro oder 6,0 Prozent mehr als Ende 2024.

Zum nicht-öffentlichen Bereich, bei dem diese Schulden bestehen, gehören Kreditinstitute sowie der sonstige inländische und ausländische Bereich, etwa private Unternehmen im In- und Ausland.

Bund trägt den größten Anteil

Der Bund war Ende 2025 mit 1 840,4 Milliarden Euro verschuldet. Gegenüber dem Jahresende 2024 stieg der Schuldenstand damit um 107,7 Milliarden Euro oder 6,2 Prozent. Umgerechnet auf die Bevölkerung entsprach das 22 043 Euro pro Kopf nach 20 748 Euro im Vorjahr.

Länderschulden legen ebenfalls zu

Die Schulden der Länder erhöhten sich um 17,5 Milliarden Euro oder 2,9 Prozent auf 624,9 Milliarden Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung der Länder lag 2025 bei 7 484 Euro nach 7 273 Euro im Jahr 2024.

Den stärksten prozentualen Anstieg der Pro-Kopf-Verschuldung unter den Ländern verzeichnete Sachsen mit plus 17,1 Prozent auf 1 736 Euro. Dennoch wies Sachsen wie im Vorjahr nach Bayern die zweitniedrigste Pro-Kopf-Verschuldung auf. In Bayern lag sie bei 1 448 Euro. In Baden-Württemberg stiegen die Pro-Kopf-Schulden um 11,0 Prozent auf 4 295 Euro, in Bremen um 9,9 Prozent auf 37 418 Euro.

Nur in drei Ländern sank die Pro-Kopf-Verschuldung gegenüber dem Vorjahr. In Rheinland-Pfalz verringerte sie sich um 2,1 Prozent auf 6 892 Euro. In Berlin und Nordrhein-Westfalen ging sie jeweils um 1,0 Prozent zurück, in Berlin auf 17 980 Euro und in Nordrhein-Westfalen auf 9 592 Euro.

Der Rückgang in Berlin hängt laut Statistischem Bundesamt insbesondere mit der Berichtseinheit „BEN Berlin Energie und Netzholding GmbH“ zusammen. Diese gehört ab dem Jahr 2025 nicht mehr zum Sektor Staat, sodass ihre Schulden nicht mehr in der Verschuldung Berlins enthalten sind.

Kommunale Verschuldung wächst erneut zweistellig

Die Verschuldung der Gemeinden und Gemeindeverbände nahm zum Jahresende 2025 im sechsten Jahr in Folge zu. Gegenüber dem Vorjahr stieg sie um 26,2 Milliarden Euro oder 15,4 Prozent auf 197,0 Milliarden Euro. Daraus ergibt sich eine kommunale Pro-Kopf-Verschuldung von 2 550 Euro nach 2 209 Euro im Jahr 2024.

Den stärksten prozentualen Anstieg auf kommunaler Ebene meldete Baden-Württemberg mit plus 28,6 Prozent auf 1 648 Euro pro Kopf. Es folgen Niedersachsen mit einem Plus von 20,9 Prozent auf 2 963 Euro und Sachsen mit einem Zuwachs von 19,4 Prozent auf 1 065 Euro.

Nur in Thüringen ging die kommunale Pro-Kopf-Verschuldung zurück. Sie sank um 3,0 Prozent auf 841 Euro. Damit wiesen die Kommunen in Thüringen wie im Vorjahr die zweitniedrigste Pro-Kopf-Verschuldung aus, nach Brandenburg mit 688 Euro.

Sozialversicherung nahezu schuldenfrei

Die Sozialversicherung war Ende 2025 mit 0,16 Euro pro Kopf verschuldet, nach 0,19 Euro im Jahr 2024. Die Gesamtschulden reduzierten sich um 2,5 Millionen Euro auf 13 Millionen Euro. Im Vorjahr hatten sie noch bei 16 Millionen Euro gelegen.

Hinweise zur Berechnung

Für die Berechnung der Pro-Kopf-Verschuldung wurden die Ergebnisse der Bevölkerungsfortschreibung zum 30. Juni des jeweiligen Berichtsjahres auf Grundlage des Zensus 2022 herangezogen.

Im ausgewiesenen Schuldenstand ist nur der Nennbetrag der aufgenommenen Schulden enthalten, nicht aber anfallende Zinszahlungen. Das Statistische Bundesamt weist zudem darauf hin, dass die in der jährlichen Schuldenstatistik nachgewiesenen Schuldenstände von den haushaltsmäßigen Schuldenständen abweichen können.

In der Verschuldung der Länder sind auch empfangene Barsicherheiten aus Derivatgeschäften der Länderkernhaushalte enthalten, etwa für Nordrhein-Westfalen im Jahr 2025 in Höhe von 983,9 Millionen Euro und für Hessen in Höhe von 444,2 Millionen Euro.

Weitere Daten und Veröffentlichungen

Weitere methodische Hinweise und Daten enthält der Statistische Bericht „Schuldenstand des Öffentlichen Gesamthaushalts“. Detaillierte Ergebnisse sind zudem in der Datenbank GENESIS-Online in den Tabellen 71321-0005, 71321-0006 und 71321-0007 verfügbar. Die Überleitung des Schuldenstandes der Finanzstatistik in den Schuldenstand gemäß dem Maastricht-Vertrag kann in den „Informationen zur Statistik“ des Statistischen Berichts nachvollzogen werden.

Die Deutsche Bundesbank hat Daten zu den deutschen Staatsschulden nach den Maastricht-Vorgaben einschließlich der Schuldenquote für das Jahr 2025 bereits in einer Pressemitteilung vom 31. März 2026 veröffentlicht. Vorläufige Ergebnisse zur öffentlichen Verschuldung zum Ende des 1. Quartals 2026 veröffentlichte das Statistische Bundesamt in der Pressemitteilung Nr. 216 vom 24. Juni 2026. Informationen zu den Kommunalfinanzen im Jahr 2025 mit einem neuen Rekorddefizit bietet außerdem die Pressemitteilung Nr. 114 vom 1. April 2026.

Monatsergebnisse zur Verschuldung des Bundes und seiner Sondervermögen sind im „Dashboard Konjunktur“ im Themenbereich „Finanzen“ abrufbar: www.dashboard-konjunktur.de.

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