Wunschbaum-Aktion übergeben: Impulse für eine inklusive Politik in Pforzheim
Mehr als 60 Wünsche, Anliegen und Forderungen wurden an Oberbürgermeister Peter Boch und Vize-Landrätin Dr. Hilde Neidhardt übergeben und in sechs Themenbereiche gegliedert.
Die Ergebnisse der Wunschbaum-Aktion zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen sind am Dienstag, 28. Juli 2026, offiziell an den Pforzheimer Oberbürgermeister Peter Boch und die Vize-Landrätin des Enzkreises, Dr. Hilde Neidhardt, übergeben worden.
Überreicht wurden die gesammelten Wünsche, Anliegen und Forderungen von der Inklusionsbeauftragten des Enzkreises, Anne Marie Rouviere-Petruzzi, sowie dem Inklusionsbeauftragten der Stadt Pforzheim, Mohamed Zakzak.
Mehr als 60 Rückmeldungen beim Protesttag gesammelt
Die Wunschbaum-Aktion war Teil des Europäischen Protesttags, der am 7. Mai 2026 auf dem Pforzheimer Marktplatz stattfand. Unter dem bundesweiten Motto „Neustart Inklusion“ beteiligten sich zahlreiche Menschen mit Behinderungen, Angehörige, Fachkräfte, Selbstvertretungsorganisationen sowie Bürgerinnen und Bürger. Mehr als 60 Wünsche, Anliegen und Forderungen wurden an einem Wunschnetz angebracht und anschließend ausgewertet.
Die Rückmeldungen wurden in sechs Themenbereiche gegliedert:
- Recht und Gleichstellung
- Arbeit und Finanzen
- Bildung, Schule und Betreuung
- Barrierefreiheit
- Politik und Bürokratie
- Gesellschaft und Kommunikation
Zentrale Forderungen aus dem Alltag
Im Themenfeld Recht und Gleichstellung stehen nach Angaben der Stadt insbesondere gleiche Rechte, eine konsequente Umsetzung der Gleichstellung, die Sicherung individueller Leistungsansprüche sowie eine gleichberechtigte Teilhabe in allen Lebensbereichen im Mittelpunkt.
Im Bereich Arbeit und Finanzen wünschen sich die Teilnehmenden unter anderem eine gerechte Bezahlung von Menschen mit Behinderungen, insbesondere in Werkstätten, mehr Unterstützung beim Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt, zusätzliche inklusive Arbeitsplätze sowie eine bessere finanzielle Absicherung.
Beim Thema Bildung, Schule und Betreuung wurde deutlich, dass inklusive Bildung von Anfang an gestärkt werden müsse. Genannt wurden unter anderem mehr Unterstützung für inklusive Schulen, ausreichend Schulbegleitungen, verlässliche Kinderbetreuung sowie eine bessere Ausstattung der Bildungseinrichtungen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Barrierefreiheit. Gefordert werden der konsequente Abbau baulicher Barrieren, barrierefreie Arztpraxen, Geschäfte und öffentliche Einrichtungen, sichere Wege sowie eine zuverlässige barrierefreie Mobilität. Auch konkrete Hinweise auf bestehende Hindernisse in Pforzheim und im Enzkreis wurden aufgenommen.
Im Themenfeld Politik und Bürokratie wünschen sich die Bürgerinnen und Bürger weniger bürokratische Hürden, verständlichere Verwaltungsverfahren, mehr Mitbestimmung sowie einen regelmäßigen Austausch zwischen Politik, Verwaltung und Menschen mit Behinderungen.
Im Bereich Gesellschaft und Kommunikation wurde der Wunsch nach mehr Respekt, Wertschätzung und gegenseitigem Verständnis deutlich. Darüber hinaus wurden mehr Angebote zum Erlernen der Gebärdensprache, eine stärkere gesellschaftliche Sensibilisierung sowie ein selbstverständlicher Umgang mit Vielfalt und Inklusion gefordert.
Ergebnisse sollen in politische Entscheidungen einfließen
Mit der Übergabe der Ergebnisse wollen die Inklusionsbeauftragten der Stadt Pforzheim und des Enzkreises die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger unmittelbar an die Verwaltungsspitzen herantragen.
„Unser Ziel ist es, die Wünsche und Forderungen in zukünftige politische Entscheidungen und Maßnahmen einfließen zu lassen und den Dialog über eine inklusive Gesellschaft weiter zu stärken. Die Wunschbaum-Aktion hat gezeigt, dass Inklusion viele Lebensbereiche betrifft und nur gemeinsam gelingen kann“, betonen Anne Marie Rouviere-Petruzzi und Mohamed Zakzak.
Nach Einschätzung der Beteiligten machen die zahlreichen Rückmeldungen deutlich, dass sowohl auf Bundes- und Landesebene als auch auf kommunaler Ebene weiterer Handlungsbedarf besteht. Die gesammelten Ergebnisse sollen deshalb als Impuls dienen, um die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in Pforzheim und im Enzkreis nachhaltig weiterzuentwickeln.
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