Pforzheim in der bundesweiten Tatenbank des Umweltbundesamtes
Klimafolgenanpassungskonzept umgesetzt – mit Fokus auf Wald, Sensibilisierung und klimaresiliente Stadtentwicklung

Die Stadt Pforzheim ist mit der Umsetzung ihres Klimafolgenanpassungskonzepts in die bundesweite „Tatenbank“ des Umweltbundesamtes aufgenommen worden. In dieser Datenbank des „Kompetenzzentrums Klimafolgen und Anpassung“ können Verwaltungen und Institutionen gezielt nach Praxisbeispielen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels suchen. Künftig finden sie dort auch Anregungen aus Pforzheim.
Die Stadt beschäftigt sich nach eigenen Angaben bereits seit Längerem mit dem Thema. Im Jahr 2022 wurde ein Klimafolgenanpassungskonzept erstellt und anschließend vom Gemeinderat beschlossen. Das Bundesumweltministerium förderte die Realisierung des Konzepts über drei Jahre in Form einer Personalstelle.
Aus Sicht der Stadt zeigt die Aufnahme in die Tatenbank die fachlich konsequente und ämterübergreifende Herangehensweise an die Anpassung an den Klimawandel. Die Verwaltung verweist dabei auch auf bereits sichtbare Ergebnisse der Projektarbeit.
Schwerpunkte der Umsetzung in Pforzheim
Ein Schwerpunkt des Konzepts liegt auf dem Wald. Nach Angaben der Stadt besteht das Pforzheimer Stadtgebiet zu mehr als 50 Prozent aus Wald. Mit dem Bau und der Inbetriebnahme eines Waldklassenzimmers im Jahr 2024 gibt es für die waldpädagogische Arbeit inzwischen eine feste Anlaufstelle. Seither nehmen jährlich mehr als 2.000 Kinder und Jugendliche an Führungen und Workshops teil.
Beim Waldumbau und bei der Aufforstung von Schadflächen setzt Pforzheim auf Naturverjüngung und auf klimastabile Baumarten. Genannt werden Feldahorn, Trauben-Eiche, Elsbeere, Speierling und Esskastanie. In den vergangenen drei Jahren wurden laut Mitteilung mehrere Tausend neue Bäume gepflanzt. Regelmäßig umgesetzt wird zudem das Projekt „Jahrgangswäldle“, bei dem für jedes neugeborene Kind ein Baum gepflanzt wird.
Aktionen für Bürgerinnen und Bürger
In den vergangenen drei Jahren hat die Stadt nach eigenen Angaben verschiedene Maßnahmen zur Sensibilisierung der Bevölkerung für Klimafolgenanpassung umgesetzt. Dazu zählen:
- die jährliche „Blumenkasten-Pflanzaktion“ im Stadtmuseum,
- das generationsübergreifende Projekt „Schulen pflanzen für Seniorenzentren“,
- die Aktion „1000 Klimabäume für Pforzheimerinnen und Pforzheimer“, bei der klimastabile Bäume kostenlos an Bürgerinnen und Bürger ausgegeben werden.
Außerdem wurde bereits 2024 unter Federführung des Gesundheitsamts ein Hitzeaktionsplan für die Stadt Pforzheim und den Enzkreis erarbeitet. Im Bürger-Geoinformationssystem steht zudem die „Kühle Karte“ zur Verfügung. Dort können Interessierte kühle Orte im Stadtgebiet finden, etwa schattige Plätze, Kirchen oder Trinkbrunnen.
Stadtentwicklung und neue Fördermöglichkeiten
Auch in der Stadtentwicklung sieht die Verwaltung Fortschritte bei der Klimafolgenanpassung. Mit dem Umbau des Pfälzer Platzes und eines Parks in der Oststadt nach dem Schwammstadt-Prinzip seien verschiedene Bereiche der klimaresilienten Quartiersentwicklung erreicht worden. Unterstützt werden soll dies künftig auch durch die laufende Überarbeitung der Stadt-Klimaanalyse.
Hinzu kommen Wetter-Messstationen, die in Kooperation mit SMART City im gesamten Stadtgebiet aufgestellt wurden und nun Live-Wetterdaten liefern.
Für die Jahre 2026 und 2027 gibt es zudem das neue Förderprogramm „Grün mal drei“. Es unterstützt Bürgerinnen und Bürger bei der Dach- und Fassadenbegrünung sowie bei der Entsiegelung.
Dauerhafte Verankerung in der Verwaltung
Nach dem Ende der Bundesförderung soll das Thema in Pforzheim dauerhaft weitergeführt werden. Die Stadt verweist auf eine dauerhafte Personalstelle für das Aufgabengebiet Klimafolgenanpassung. Das Konzept werde in kommunale Planungsprozesse integriert, etwa in die klimaresiliente Quartiersentwicklung in den Sanierungsgebieten, und bleibe damit ämterübergreifend verankert.
Hintergrund und weitere Informationen
Das Projekt „DAS-A.2: Umsetzung eines integrierten Klimaanpassungskonzepts für die Stadt Pforzheim“ wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz gefördert. Die Förderrichtlinie „Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ soll Kommunen dabei unterstützen, den Folgen des Klimawandels frühzeitig, systematisch und integriert zu begegnen.
Die Tatenbank enthält vor allem lokale und regionale Praxisprojekte und Einzelmaßnahmen aus Deutschland. Voraussetzung für die Aufnahme ist laut Mitteilung, dass Projekte und Maßnahmen die „Kriterien guter Praxis der Anpassung“ erfüllen.
Weitere Informationen zur Klimafolgenanpassung, das Konzept zum Download sowie einen Veranstaltungskalender mit weiteren Mitmach-Aktionen in diesem Jahr gibt es auf den Internetseiten der Abteilung Klimaschutz des Amts für Umweltschutz:
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