Krichbaum informiert sich über das Förderprojekt im Stadtarchiv Pforzheim
Bundesmittel zur Entsäuerung sichern das schriftliche Kulturerbe langfristig und machen Dokumente dauerhaft nutzbar

Staatsminister Gunther Krichbaum hat das Stadtarchiv Pforzheim besucht, um sich über das Förderprojekt „Originale dauerhaft erhalten!“ zu informieren. Das Vorhaben dient der langfristigen Sicherung schriftlichen kulturellen Erbes und wird mit Mitteln von Bund und Ländern unterstützt.
Begleitet wurde Krichbaum bei dem Termin von Kulturbürgermeister Tobias Volle, Stadtrat Kai Adam, dem Vorsitzenden des Fördervereins für das Stadtarchiv, sowie von Kulturamtsleiterin Angelika Drescher. Die Bundestagsabgeordneten Gunther Krichbaum und Katja Mast hatten sich in Berlin für den Förderantrag des Stadtarchivs eingesetzt.
Bundesmittel für die Entsäuerung von Archivgut
Für das Stadtarchiv Pforzheim stehen Fördermittel des Bundes in Höhe von 28.700 Euro zur Verfügung. Nachdem die Förderung Ende Mai zugesagt worden war, befindet sich das Projekt inzwischen in der Umsetzung.
Geplant ist eine Erhaltungsmaßnahme für amtliche Bestände des Besatzungskostenamts, des Steueramts und des Gemeindearchivs Eutingen. In zwei Etappen sollen insgesamt drei Tonnen Archivgut entsäuert werden. Ziel ist es, wertvolle Quellen zur Geschichte Pforzheims vor weiterem Zerfall zu bewahren.
Kulturbürgermeister Tobias Volle wertete die Förderzusage als Beleg für die hohe und überregionale Bedeutung der Pforzheimer Archivbestände. Zugleich verwies er auf die Unterstützung der Bundestagsabgeordneten bei der Durchsetzung des Vorhabens.
Warum die Entsäuerung notwendig ist
Nach Angaben des Stadtarchivs ist die Entsäuerung erforderlich, um chemische Abbauprozesse im Papier zu stoppen. Besonders Unterlagen aus der Zeit zwischen 1914 und den 1980er Jahren sind wegen ihrer Zusammensetzung säurehaltig und deshalb von beschleunigtem Papierzerfall betroffen.
Damit die Benutzbarkeit erhalten bleibt, müssen die Dokumente möglichst früh in einem Spezialverfahren behandelt werden. So sollen sie auch künftig im Original eingesehen und für Forschungen genutzt werden können.
Erfolgreiche Drittmittelakquise des Stadtarchivs
Die Leiterin des Stadtarchivs, Dr. Klara Deecke, und ihre Stellvertreterin sowie Projektverantwortliche, Dr. Sonja Hillerich, informierten den Staatsminister bei seinem Besuch auch über die Drittmittelakquise der vergangenen Jahre. Seit 2020 wurde demnach jeder Förderantrag des Stadtarchivs bewilligt.
Im Gespräch ging es zudem um die Perspektive eines künftigen Archivstandorts im Lutherhaus mit einer klimatisierten unterirdischen Archivfläche. Für ein solches Projekt wäre nach Angaben der Stadt ebenfalls Unterstützung durch Bund und Land von großer Bedeutung. Kulturbürgermeister Tobias Volle begrüßte in diesem Zusammenhang das Signal von Staatsminister Krichbaum, sich dafür einsetzen zu wollen.
Förderprogramm für schriftliches Kulturgut
Die Förderung für das Stadtarchiv Pforzheim stammt aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Kulturstiftung der Länder. Sie erfolgt im Rahmen des Programms „Schriftliches Kulturgut erhalten“.
Betreut wird das Programm von der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK). Nach Angaben der Stadt werden eingereichte Projekte dort nach Gefährdung, Bedeutung und Nutzung ausgewählt. Berücksichtigt werden nur Bestände mit hohem kulturhistorischem Wert oder großem Auswertungspotenzial.
Für das Stadtarchiv ist die Förderung nach eigenen Angaben eine dringend benötigte Unterstützung. Zahlreiche weitere Bestände müssten noch entsäuert werden. Aus eigenen Haushaltsmitteln allein könne das Gesamtprojekt „Originale dauerhaft erhalten!“ nicht angemessen umgesetzt werden.
Eigene Anzeige
Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen
Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.