Kommunen in Deutschland machen Rekordschulden trotz steigender Steuereinnahmen
Die Haushaltslage vieler Städte und Gemeinden wird zunehmend unerquicklich. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts haben die Kommunen in Deutschland im Jahr 2025 ein Finanzierungsdefizit von 31,9 Milliarden Euro aufgebaut – so hoch wie nie zuvor.
Ausgaben steigen schneller als Einnahmen
Besonders bemerkenswert: Die Steuereinnahmen der Kommunen legten zugleich weiter zu und stiegen um 3,4 Prozent auf 136,5 Milliarden Euro. Das reichte aber nicht, weil die Ausgaben erneut schneller wuchsen als die Einnahmen. Rund 7,5 Prozent der Ausgaben waren nicht durch reguläre Einnahmen gedeckt.
Personal und Soziales als größte Kostentreiber
Als Hauptgründe gelten deutlich höhere Personalkosten und steigende Sozialausgaben. Die Personalausgaben stiegen laut den vorläufigen Zahlen auf 113,4 Milliarden Euro, unter anderem wegen Tariferhöhungen und zusätzlicher Einstellungen. Auch bei sozialen Leistungen legten die Kommunen spürbar zu.
Städtetag fordert Hilfe vom Bund
Der Deutsche Städtetag spricht von einer strukturellen Schieflage. Die Kommunen trügen einen großen Teil der staatlichen Ausgaben, verfügten aber über vergleichsweise geringe eigene Steuereinnahmen. Deshalb fordert der Verband eine grundlegende Neuordnung der Finanzbeziehungen – plus kurzfristige Unterstützung in Milliardenhöhe.
Warum das politisch relevant ist
Das Thema klingt trocken, landet aber ziemlich zuverlässig im Alltag: Wenn Kommunen sparen müssen, betrifft das oft Kitas, Schulen, Straßen, Bürgerämter, Schwimmbäder oder den Nahverkehr. Anders gesagt: Haushaltszahlen sind der bürokratische Vorname von Schlaglöchern und langen Wartezeiten.
Quellen:
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