Demenz-Todesfälle steigen trotz sinkender Gesamtsterblichkeit

2024 stiegen Demenz-Todesfälle in Deutschland um 4,4 %; vor allem Senioren über 80 sind betroffen – ein besorgniserregender Trend im demografischen Wandel.

Von Redaktion2 Min. Lesezeit

Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts für das Jahr 2024 verdeutlichen einen besorgniserregenden Trend: Immer mehr Menschen versterben an den Folgen einer Demenzerkrankung. Während die Gesamtzahl der Sterbefälle in Deutschland rückläufig ist, stiegen die Todesfälle durch Demenz um 4,4 % im Vergleich zum Vorjahr.

Steigende Demenz-Todesfälle und Altersverteilung

Laut vorläufigen Ergebnissen wurden 2024 insgesamt 61.927 Todesfälle aufgrund einer Demenzerkrankung erfasst. Besonders betroffen sind ältere Menschen: 89 % der Verstorbenen waren über 80 Jahre alt. Im Vergleich zum Zehnjahresdurchschnitt entspricht dies einem Anstieg der Todesfälle ab 80 Jahren um 32,9 %.

Die Diagnose 'Nicht näher bezeichnete Demenz' ist laut Statistik am häufigsten vertreten, gefolgt von anderen Demenzformen wie Alzheimer-Krankheit oder vaskuläre Demenz.

Gesamtentwicklung der Sterbefälle

Die Gesamtzahl der Sterbefälle in Deutschland sank im Jahr 2024 zum zweiten Mal in Folge und lag bei rund 1,01 Millionen Fällen. Das entspricht einem Rückgang um etwa 2 % gegenüber 2023, als noch 1,03 Millionen Verstorbene gezählt wurden.

Häufigste Todesursachen: Herz-Kreislauf und Krebs

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie bösartige Neubildungen (Krebs) bleiben die führenden Todesursachen. Zusammen machten sie 56,5 % aller Sterbefälle aus:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: 339.212 Fälle (Rückgang um 2,6 %)
  • Bösartige Neubildungen (Krebs): 230.392 Fälle (nahezu unverändert mit +0,04 % im Vergleich zu 2023)
  • Geschlechterspezifische Unterschiede

    • Männer:
      • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: 39.765 Fälle
      • Bösartige Neubildungen der Bronchien und Lunge: 26.441 Fälle
      • Akuter Myokardinfarkt: 24.875 Fälle
      • Frauen:
        • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: 37.109 Fälle
        • Chronisch ischämische Herzkrankheit: 30.955 Fälle
        • Herzinsuffizienz: 22.349 Fälle
        • Klassifikation und Datenquellen

          Die Erfassung der Todesursachen erfolgt nach der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD). Unter Demenzerkrankungen werden folgende Diagnosen zusammengefasst:

          • F00: Alzheimer-Krankheit
          • F01: Vaskuläre Demenz
          • F02: Demenz bei anderenorts klassifizierten Krankheiten
          • F03: Nicht näher bezeichnete Demenz
          • Gesellschaftliche Bedeutung und Ausblick

            Die aktuellen Zahlen unterstreichen die wachsende Bedeutung von Demenzerkrankungen, insbesondere in der alternden Gesellschaft. Sie belegen auch, wie wichtig Prävention und Gesundheitsförderung im Seniorenalter sind, um das Risiko für Demenz und andere typische Todesursachen zu senken.

            Mit Veröffentlichung durch das Statistische Bundesamt rücken die Themen Prävention, medizinische Versorgung und gesellschaftliche Aufklärung über Demenzerkrankungen weiter in den Fokus. Die detaillierten und endgültigen Ergebnisse werden in der Online-Datenbank der Gesundheitsberichterstattung regelmäßig aktualisiert.

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