Bundeswehr seit 70 Jahren: ZDF-Doku sorgt für Diskussion

ZDF-Doku zur Bundeswehr: 70 Jahre Streitkräfte, neue Debatte um Wehrpflicht, Einsatzfähigkeit und Aufrüstung – ab 21. Mai um 22.15 Uhr.

Von Redaktion2 Min. Lesezeit

Die Bundeswehr blickt auf eine Geschichte von 70 Jahren zurück. Seit der Gründung der Armee am 12. November 1955 und der Einführung der Wehrpflicht im Jahr 1956 ist die Truppe Teil der sicherheitspolitischen Debatte in Deutschland. Das ZDF widmet diesem Thema am Donnerstag, 21. Mai, um 22.15 Uhr die Dokumentation "Kriegstüchtig? 70 Jahre Bundeswehr". Die 90-minütige Film ist bereits im ZDF-Streaming-Portal verfügbar.

Neue Debatte über Auftrag und Einsatzfähigkeit

Auslöser für den aktuellen Blick auf die Bundeswehr ist die als "Zeitenwende" beschriebene Entwicklung nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine. In diesem Zusammenhang wird in Deutschland erneut über die Einsatzfähigkeit der Streitkräfte, über Personal und über Rüstungsausgaben diskutiert.

Begleitend zur Ausstrahlung der Dokumentation wurde eine Umfrage erhoben. Demnach befürwortet eine große Mehrheit der Bevölkerung eine personelle Aufstockung der Bundeswehr. Nur neun Prozent sprechen sich gegen mehr Personal aus. Nahezu zwei Drittel stimmen außerdem höheren Rüstungsausgaben zu, wenn dafür an anderen Bereichen gespart werden müsste.

Auch die Debatte um die Wehrpflicht ist wieder entbrannt. Die Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen zeigt dabei ein differenziertes Bild: Eine Mehrheit spricht sich für Freiwilligkeit aus, ein Drittel der Befragten würde bereits jetzt eine Wehrpflicht befürworten. Unter den unter 35-Jährigen sprechen sich lediglich 18 Prozent dafür aus.

Geschichte der Bundeswehr im Überblick

Die Dokumentation zeichnet die Entwicklung der Bundeswehr von der Gründungszeit bis in die Gegenwart nach. Dabei begleitet sie Lebenswege und Erlebnisse aktiver und ehemaliger Soldatinnen und Soldaten. Ergänzt wird dies durch Einordnungen von Historikern sowie Sicherheits- und Militärexpertinnen und -experten.

Seit ihrer Gründung, zehn Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde die Bundeswehr in NATO-Strukturen eingehegt und für Bündnis- wie Landesverteidigung eingesetzt. Über Jahrzehnte hinweg stand der Auftrag unter dem Leitwort "Abschreckung", während die USA einen nuklearen Schutzschirm bereitstellten.

Spannungen, Wiedervereinigung und Auslandseinsätze

Die atomare Nachrüstung im Kontext des NATO-Doppelbeschlusses in den 1980er-Jahren führte zu erheblichen gesellschaftlichen Spannungen. Mit der Wiedervereinigung integrierte die Bundeswehr Teile der Nationalen Volksarmee. In der Folge wurde die Armee verkleinert und mit erweitertem Auftrag vor allem bei Auslandseinsätzen gefordert.

Der längste dieser Einsätze dauerte 20 Jahre und endete als Misserfolg. In Afghanistan erlebten viele deutsche Soldatinnen und Soldaten den militärischen Einsatz Krieg mit Toten und Verwundeten.

Folgen des Ukraine-Krieges und offene Sicherheitsfragen

Mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Jahr 2022 stellte sich erneut die Frage nach einer möglichen Bedrohung des NATO-Gebiets. Nach 30 Jahren Sparens, Abrüstens und seit dem Aussetzen der Wehrpflicht 2011 war die Bundeswehr darauf nach Darstellung der Pressemitteilung nicht vorbereitet.

Hinzu kommt, dass US-Präsident Donald Trump wesentliche Schutz-Versprechen der USA relativiert hat. Stand des Jahres 2026 steht Deutschland damit vor der Frage, ob auf den Beistand der Supermacht im Konfliktfall noch Verlass wäre.

Verfügbarkeit der Dokumentation

Die Dokumentation "Kriegstüchtig? 70 Jahre Bundeswehr" wird mit Untertiteln angeboten.

Eigene Anzeige

Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen

Erreichen Sie Leserinnen und Leser in ganz Deutschland, transparent als Anzeige gekennzeichnet.

Jetzt anfragen→

Hat dir der Artikel geholfen? Teile ihn gern:

Einfache Sprache