Merz und Parmelin setzen auf offene Handelswege: Deutschland und die Schweiz rücken wirtschaftlich und sicherheitspolitisch enger zusammen

Bundeskanzler Friedrich Merz und der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin haben in Berlin engere wirtschaftliche Zusammenarbeit, offene Handelswege und gemeinsame Interessen in Europa betont. Der Besuch zeigt, wie stark Außenpolitik und Standortfragen inzwischen ineinanderlaufen.

Von Herold World2 Min. Lesezeit

Deutschland und die Schweiz sind sich geografisch ohnehin nah. Interessant wird es politisch immer dann, wenn aus netter Nachbarschaft plötzlich harte Standort- und Sicherheitsfragen werden. Genau das war beim Treffen von Bundeskanzler Friedrich Merz und dem Schweizer Bundespräsidenten Guy Parmelin in Berlin zu sehen. Es ging um Handel, Infrastruktur, Zölle, europäische Regeln und nebenbei auch um ziemlich viel Weltlage.

Wirtschaft zuerst – aber nicht nur

Merz betonte bei der gemeinsamen Pressekonferenz, dass beide Länder stark vom Export abhängen und von offenen Handelswegen sowie niedrigen Zöllen leben. Parmelin hob hervor, dass Deutschland für die Schweiz der wichtigste Handelspartner ist und grenzüberschreitende Wertschöpfung, Forschung und Innovation weiter vertieft werden sollen. Genannt wurden unter anderem Infrastrukturprojekte und die engere Anbindung an den europäischen Wirtschafts- und Forschungsraum.

Hormus, Zölle und die neue Unsicherheit

Besonders deutlich wurde der Ton bei den globalen Risiken. Merz nannte die iranische Blockade der Straße von Hormus einen großen Schaden für beide Länder und forderte freie Seewege sowie neue Verhandlungen. Gleichzeitig spielten auch die laufenden Zollkonflikte mit den USA eine wichtige Rolle. Beide Seiten hoffen laut Pressekonferenz auf eine verlässliche Lösung, weil gerade exportstarke Volkswirtschaften politische Dauerunsicherheit nur begrenzt lustig finden.

Auch Europas Sicherheitsordnung schwingt mit

Das Treffen war zudem mehr als ein Wirtschaftstermin. Beide Seiten sprachen über die Ukraine, die Rolle der OSZE und die Frage, wie europäische Staaten in einer unruhigen Welt mehr Verantwortung übernehmen. Damit wird aus einem Nachbarschaftsbesuch ein ziemlich klares Signal: Die deutsch-schweizerischen Beziehungen werden nicht nur bilateral gepflegt, sondern als Teil größerer Stabilitäts- und Wettbewerbsfragen verstanden.

Einordnung

Für Deutschland ist das relevant, weil die Schweiz nicht nur Nachbar, sondern ein hochvernetzter Wirtschafts- und Innovationspartner ist. Wenn Zölle, Handelswege und europäische Sicherheitsfragen gleichzeitig unter Druck geraten, werden solche Beziehungen plötzlich strategisch statt bloß freundlich.

Quellen:

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