Import- und Exportpreise in Deutschland: Anstieg im Juni 2026

Importpreise stiegen im Juni 2026 in Deutschland um 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, Exporte um 3,5 Prozent; Energie treibt besonders.

Von Herold Team5 Min. Lesezeit

Die Importpreise in Deutschland sind im Juni 2026 um 6,1 Prozent gegenüber Juni 2025 gestiegen. Im Vergleich zum Mai 2026 sanken sie um 0,7 Prozent. Das teilte das Statistische Bundesamt am 29. Juli 2026 mit.

Auch die Exportpreise lagen im Juni 2026 höher als ein Jahr zuvor. Sie stiegen um 3,5 Prozent gegenüber Juni 2025 und um 0,1 Prozent gegenüber Mai 2026.

Vorleistungsgüter und Energie treiben Importpreise

Den größten Einfluss auf die Entwicklung der Importpreise hatten im Juni 2026 erneut Vorleistungsgüter und Energie. Vorleistungsgüter verteuerten sich gegenüber Juni 2025 um 10,3 Prozent, gegenüber Mai 2026 sanken sie leicht um 0,1 Prozent. Energie war 23,9 Prozent teurer als im Vorjahresmonat, gegenüber Mai 2026 aber 6,6 Prozent günstiger.

Bei den Vorleistungsgütern stiegen vor allem die Preise für Nicht-Eisen-Metalle und deren Halbzeug um 27,5 Prozent. Darunter verteuerten sich Edelmetalle und deren Halbzeug um 34,5 Prozent sowie Kupfer und Halbzeug daraus um 30,3 Prozent. Auch importierte Düngemittel und Stickstoffverbindungen lagen mit 28,3 Prozent deutlich über dem Vorjahresniveau. Kunststoffe in Primärformen kosteten 23,8 Prozent mehr als im Juni 2025.

Im Energiebereich zeigten sich im Vorjahresvergleich besonders starke Preissteigerungen bei elektrischem Strom mit 70,8 Prozent, Mineralölerzeugnissen mit 36,0 Prozent, Erdöl mit 32,1 Prozent, Steinkohle mit 12,1 Prozent und Erdgas mit 8,3 Prozent. Gegenüber Mai 2026 verteuerte sich vor allem elektrischer Strom um 12,7 Prozent. Steinkohle wurde um 1,3 Prozent und Erdgas um 0,5 Prozent teurer. Dagegen sanken die Preise für Erdöl um 12,6 Prozent und für Mineralölerzeugnisse um 9,9 Prozent.

Auch mehrere einzelne Energieprodukte verbilligten sich im Monatsvergleich. Importierter Flugturbinenkraftstoff aus Kerosin kostete 18,1 Prozent weniger als im Mai 2026, schweres Heizöl 13,8 Prozent weniger sowie Dieselkraftstoff und leichtes Heizöl 12,6 Prozent weniger. Motorenbenzin war 7,4 Prozent günstiger. Teurer wurden dagegen Schmier- und andere Öle, deren Preise im Vergleich zu Mai 2026 um 16,5 Prozent stiegen.

Ohne Energie stiegen die Importpreise im Juni 2026 gegenüber Juni 2025 um 4,3 Prozent und gegenüber Mai 2026 um 0,1 Prozent. Ohne Erdöl und Mineralölerzeugnisse lagen sie 4,7 Prozent über dem Stand von Juni 2025 und 0,2 Prozent über dem von Mai 2026. Importierte Investitionsgüter verteuerten sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,9 Prozent und gegenüber Mai 2026 um 0,5 Prozent.

Landwirtschaftliche Güter und Konsumgüter unter Vorjahresniveau

Importierte landwirtschaftliche Güter waren im Juni 2026 im Durchschnitt 6,5 Prozent billiger als im Juni 2025 und 2,0 Prozent günstiger als im Mai 2026. Rohkakao kostete 42,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, verteuerte sich aber gegenüber Mai 2026 um 8,1 Prozent. Lebende Schweine waren 32,1 Prozent billiger als im Juni 2025 und 9,2 Prozent günstiger als im Vormonat. Rohkaffeeimporte kosteten 7,2 Prozent weniger als vor einem Jahr, aber 2,5 Prozent mehr als im Mai 2026. Getreide war 4,4 Prozent günstiger als im Juni 2025 und 0,5 Prozent teurer als im Vormonat.

Importierte Konsumgüter insgesamt waren 0,8 Prozent preiswerter als im Vorjahr und 0,2 Prozent teurer als im Mai 2026. Gebrauchsgüter lagen 0,7 Prozent über dem Vorjahresniveau und 0,2 Prozent über dem Vormonatswert. Verbrauchsgüter waren 1,2 Prozent billiger als im Juni 2025 und 0,1 Prozent teurer als im Mai 2026. Für Nahrungsmittel insgesamt wurde 6,4 Prozent weniger bezahlt als im Vorjahresmonat und 0,5 Prozent weniger als im Vormonat. Deutlich günstiger waren unter anderem Kakaobutter, Kakaofett und Kakaoöl mit minus 48,6 Prozent, Schweinefleisch mit minus 23,8 Prozent sowie Frucht- und Gemüsesäfte mit minus 26,3 Prozent. Teurer als im Juni 2025 waren geschälte Haselnüsse mit 21,3 Prozent.

Auch Exportpreise deutlich beeinflusst

Bei den Exportpreisen hatten Vorleistungsgüter wegen ihres hohen Anteils am Gesamtindex den größten Einfluss auf die Vorjahresrate. Ihre Preise lagen im Juni 2026 um 6,0 Prozent über dem Niveau von Juni 2025 und um 0,3 Prozent über dem von Mai 2026. Investitionsgüter verteuerten sich gegenüber Juni 2025 um 1,9 Prozent und gegenüber Mai 2026 um 0,3 Prozent. Zusammen decken beide Gütergruppen fast 75 Prozent der ausgeführten Waren ab.

Auch bei den Ausfuhrpreisen spielten die Auswirkungen des Iran-Kriegs eine Rolle. Energieexporte lagen 26,7 Prozent über dem Vorjahreswert, aber 3,7 Prozent unter dem Niveau von Mai 2026. Mineralölerzeugnisse verteuerten sich im Vergleich zu Juni 2025 um 32,1 Prozent, wurden gegenüber Mai 2026 aber 9,7 Prozent günstiger. Flugturbinentreibstoff aus Kerosin war 46,1 Prozent teurer als im Vorjahr und 19,6 Prozent günstiger als im Vormonat. Erdgas verteuerte sich gegenüber Juni 2025 um 12,7 Prozent und gegenüber Mai 2026 um 0,3 Prozent.

Exportierte Konsumgüter lagen insgesamt 0,3 Prozent über dem Preisniveau von Juni 2025. Gebrauchsgüter verteuerten sich um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr und um 0,2 Prozent gegenüber Mai 2026. Verbrauchsgüter waren 0,1 Prozent günstiger als im Juni 2025, aber 0,4 Prozent teurer als im Mai 2026. Bei den Verbrauchsgütern sanken die Preise für Nahrungsmittel um 5,9 Prozent gegenüber Juni 2025 und um 0,3 Prozent gegenüber Mai 2026. Kakaomasse, Kakaobutter, Kakaofett, Kakaoöl und Kakaopulver waren 29,2 Prozent günstiger als im Vorjahr und 5,6 Prozent günstiger als im Vormonat. Schweinefleisch wurde zu 25,2 Prozent niedrigeren Preisen als im Juni 2025 exportiert, gegenüber Mai 2026 waren es 4,6 Prozent weniger. Milch und Milcherzeugnisse kosteten 9,8 Prozent weniger als vor einem Jahr, aber 1,5 Prozent mehr als im Mai 2026. Butter und andere Fettstoffe aus Milch lagen 45,2 Prozent unter dem Vorjahreswert und 1,7 Prozent unter dem Vormonatswert. Landwirtschaftliche Güter wurden 6,2 Prozent preiswerter exportiert als im Juni 2025 und 1,4 Prozent günstiger als im Mai 2026.

Berechnungsgrundlage und Methodik

Die Indizes der Außenhandelspreise werden auf Grundlage der in Verträgen vereinbarten Preise berechnet. Steuern und Zölle werden dabei nicht berücksichtigt. Das aktuelle Basisjahr ist 2021; Warenkorb und Gewichtung der Indizes beziehen sich auf dieses Basisjahr.

Weitere Informationen

Aktuelle Ergebnisse sind laut Statistischem Bundesamt auch in den Tabellen und Statistischen Berichten auf der Themenseite „Ein- und Ausfuhrpreisindex“ im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes enthalten. Lange Zeitreihen können über die Tabellen Einfuhrpreise (61411-0002 und 61411-0006) sowie Ausfuhrpreise (61421-0002 und 61421-0006) in der Datenbank GENESIS-Online abgerufen werden.

Eigene Anzeige

Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen

Erreichen Sie Leserinnen und Leser in ganz Deutschland, transparent als Anzeige gekennzeichnet.

Jetzt anfragen→

Hat dir der Artikel geholfen? Teile ihn gern:

Einfache Sprache