Erzeugerpreise für Dienstleistungen in Deutschland steigen weiter

Erzeugerpreise für Dienstleistungen steigen im 2. Quartal 2026: +3,7% zum Vorjahr und +1,6% zum Vorquartal, vor allem Verkehr und Lagerei teurer.

Von Herold Team3 Min. Lesezeit

Die Erzeugerpreise für Dienstleistungen in Deutschland sind im 2. Quartal 2026 weiter gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lagen sie um 3,7 Prozent über dem Niveau des 2. Quartals 2025. Gegenüber dem 1. Quartal 2026 erhöhten sich die Preise um 1,6 Prozent.

Einen stärkeren Anstieg im Vorjahresvergleich hatte es zuletzt im 4. Quartal 2022 gegeben, als die Erzeugerpreise für Dienstleistungen um 4,5 Prozent zulegten. Das Statistische Bundesamt nennt neben Anpassungen an gestiegene Kosten zu Jahresbeginn auch die infolge des Iran-Kriegs gestiegenen Energiepreise als Ursachen für die teils deutlichen Preissteigerungen im 2. Quartal 2026.

Besonders starkes Plus im Verkehr und in der Lagerei

Am kräftigsten verteuerten sich im Dienstleistungssektor die Preise im Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei. Dort lag der Anstieg gegenüber dem Vorjahresquartal bei 6,2 Prozent.

Innerhalb dieses Bereichs stiegen die Preise für die Güterbeförderung in der See- und Küstenschifffahrt mit 20,7 Prozent gegenüber dem 2. Quartal 2025 und 23,4 Prozent gegenüber dem 1. Quartal 2026 am deutlichsten. Als Gründe nennt das Bundesamt die infolge des Iran-Kriegs und der Blockade der Straße von Hormus gestiegenen Treibstoffpreise sowie von den Reedereien erhobene Zuschläge, die zu einer Erhöhung der Frachtraten führten.

Auch Speditionsleistungen verteuerten sich spürbar, und zwar um 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Beim Straßengüterverkehr betrug der Anstieg 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal und 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Hier führte laut Statistischem Bundesamt vor allem der Anstieg der Treibstoffkosten zu höheren Preisen.

Im Bereich Lagerung und lagereiverwandte Dienstleistungen lag das Plus bei 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und bei 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Genannt werden hier unter anderem höhere Personal- und Energiekosten, etwa für Kühlhäuser.

Information und Kommunikation sowie Immobilienleistungen

Im Wirtschaftsabschnitt Information und Kommunikation stiegen die Preise im Vorjahresvergleich um 1,5 Prozent. Leitungsgebundene Telekommunikation verteuerte sich um 1,7 Prozent, drahtlose Telekommunikation um 1,2 Prozent.

Für Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Dienstleistungen ergab sich ein Plus von 1,4 Prozent gegenüber dem 2. Quartal 2025. Software und Softwarelizenzen wurden um 1,1 Prozent teurer. Als Ursachen nennt das Bundesamt neben allgemeinen Kostensteigerungen auch höhere Lizenzkosten.

Im Wirtschaftsabschnitt Grundstücks- und Wohnungswesen lagen die Preise 2,5 Prozent über dem Vorjahresquartal. Die Mieten für Wohn- und Gewerbeimmobilien stiegen um 1,7 Prozent. Deutlich stärker verteuerten sich mit 5,4 Prozent die Leistungen zur Vermittlung und Verwaltung von Immobilien. Neben höheren Mieten nennt das Bundesamt hier auch einen gestiegenen Verwaltungsaufwand.

Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen

Die Preise im Wirtschaftsabschnitt freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen lagen im 2. Quartal 2026 um 2,8 Prozent über dem Vorjahreswert.

Besonders deutlich fiel der Anstieg bei Dienstleistungen des Rechnungswesens mit 6,0 Prozent aus. Rechtsberatungsleistungen verteuerten sich um 4,1 Prozent. Für diese Entwicklung nennt das Bundesamt unter anderem Mitte 2025 in Kraft getretene neue Vergütungsordnungen mit höheren Gebühren für Rechts- und Steuerberatungsberufe. Zudem werden allgemeine Preiserhöhungen zu Jahresbeginn als Reaktion auf gestiegene Allgemeinkosten und Löhne angeführt.

Technische, physikalische und chemische Untersuchungsleistungen verteuerten sich um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Als weitere Gründe nennt das Statistische Bundesamt unter anderem Preisanpassungen zu Jahresbeginn infolge höherer Energie-, Personal- und Materialkosten.

Verwaltungs- und Unterstützungsleistungen

Im Wirtschaftsabschnitt Verwaltungs- und Unterstützungsleistungen stiegen die Preise im Vorjahresvergleich um 3,5 Prozent. Reinigungsleistungen wurden um 3,7 Prozent teurer. Bei der befristeten Überlassung von Arbeitskräften lag der Anstieg bei 2,5 Prozent.

Als Ursachen nennt das Bundesamt bei beiden Bereichen unter anderem gestiegene Tariflöhne und bei der Arbeitnehmerüberlassung zusätzlich die Erhöhung sonstiger Betriebskosten seit Jahresbeginn.

Hinweise und Datenzugang

Die in der Pressemitteilung genannten Ursachen für Preiserhöhungen beruhen auf Angaben der befragten Unternehmen. Detaillierte Daten und lange Zeitreihen zu Erzeugerpreisindizes für Dienstleistungen sind über die Tabellen 61311 in der Datenbank GENESIS-Online abrufbar.

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