Einwanderungsgeschichte in deutschen Jobs: Höhere Anteile in Engpassberufen

2025 hatten 27% der Beschäftigten in Deutschland eine Einwanderungsgeschichte. Besonders hoch ist der Anteil in Engpassberufen wie Köche und Pflege.

Von Herold Team3 Min. Lesezeit

In Deutschland hat 2025 gut ein Viertel der abhängig Beschäftigten eine Einwanderungsgeschichte gehabt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag der Anteil bei 27 Prozent. In vielen Engpassberufen war der Anteil von Beschäftigten mit Einwanderungsgeschichte sogar deutlich höher als im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt.

Besonders hohe Anteile in mehreren Mangelberufen

So hatten 56 Prozent der Köchinnen und Köche im Jahr 2025 eine Einwanderungsgeschichte. Ebenfalls mehr als die Hälfte der Beschäftigten traf dies in der Lebensmittelherstellung mit 55 Prozent, in der Bodenverlegung mit 54 Prozent, im Gerüstbau mit 51 Prozent sowie in der Fleischverarbeitung mit 51 Prozent zu. Überdurchschnittlich hoch war der Anteil auch unter den Fahrerinnen und Fahrern von Bussen und Straßenbahnen sowie unter Servicekräften in der Gastronomie, jeweils mit 47 Prozent.

Deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt lag der Anteil zudem in der Kunststoff- und Kautschukherstellung mit 44 Prozent, bei Berufskraftfahrerinnen und -fahrern im Güterverkehr mit 41 Prozent, im Hotelservice mit 40 Prozent, bei Pflegeberufen mit 33 Prozent, bei zahnmedizinischen Fachangestellten mit 32 Prozent sowie in der Bauelektrik mit 29 Prozent.

Als Engpassberufe gelten laut der Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit Berufe, in denen ein Fachkräftemangel herrscht oder droht.

Geringe Anteile in einzelnen Berufen

Am niedrigsten war der Anteil von Beschäftigten mit Einwanderungsgeschichte in Engpassberufen im Rettungsdienst mit 7 Prozent, im Verkauf von Fleischwaren mit 13 Prozent sowie in der Landwirtschaft mit 15 Prozent.

Auch in einigen Berufsgruppen, die nicht zu den Mangelberufen zählen, waren Menschen mit Einwanderungsgeschichte unterrepräsentiert. Das traf vor allem auf den Polizeivollzugsdienst mit 8 Prozent, Berufe in der öffentlichen Verwaltung und in der Justizverwaltung mit jeweils 9 Prozent sowie auf Lehrkräfte zu. Für Lehrkräfte wurden 9 Prozent in den berufsbildenden Fächern und 10 Prozent in der Primarstufe genannt.

Arbeitsmarktintegration hängt auch von Aufenthaltsdauer ab

Die Integration eingewanderter Menschen in den Arbeitsmarkt verläuft nach Angaben des Statistischen Bundesamts je nach Herkunftsregion und Aufenthaltsdauer unterschiedlich. Eingewanderte aus EU-Staaten profitierten demnach von der Arbeitnehmerfreizügigkeit und einer häufig schnelleren Anerkennung ihrer beruflichen Qualifikationen.

Unter den 25- bis 59-jährigen Männern aus der Europäischen Union, die weniger als fünf Jahre in Deutschland lebten, waren 2025 89 Prozent erwerbstätig. Bei den Frauen lag der Anteil bei 73 Prozent. Bei Eingewanderten aus Afrika betrugen die Erwerbstätigenquoten in dieser Gruppe 79 Prozent bei Männern und 47 Prozent bei Frauen. Bei Eingewanderten aus dem Nahen und Mittleren Osten waren 57 Prozent der Männer und 28 Prozent der Frauen nach kurzem Aufenthalt erwerbstätig.

Nach längerer Aufenthaltsdauer nähern sich die Werte an. Bei Menschen, die 20 bis 25 Jahre in Deutschland lebten, lag die Erwerbstätigenquote bei eingewanderten Männern aus Afrika bei 82 Prozent und bei Frauen bei 68 Prozent. Für eingewanderte Männer aus dem Nahen und Mittleren Osten wurden 87 Prozent genannt, für Frauen 79 Prozent.

Zum Vergleich: Bei allen 25- bis 59-Jährigen, mit oder ohne Einwanderungsgeschichte, waren Männer zu 88 Prozent und Frauen zu 81 Prozent erwerbstätig.

Grundlage der Angaben

Die Angaben zu abhängig Beschäftigten nach Einwanderungsgeschichte stammen aus dem Mikrozensus und beziehen sich auf Personen in privaten Hauptwohnsitzhaushalten ab 15 Jahren. Die Angaben zur Herkunftsregion und Aufenthaltsdauer beruhen ebenfalls auf dem Mikrozensus und beziehen sich auf erwerbstätige Personen im Alter von 25 bis 59 Jahren.

Eine Person gilt laut Statistischem Bundesamt als Person mit Einwanderungsgeschichte, wenn sie selbst oder beide Elternteile seit dem Jahr 1950 nach Deutschland eingewandert sind.

Weitere Informationen

Das Statistische Bundesamt bündelt Daten und Fakten rund um das Thema Fachkräfte auf einer Sonderseite unter https://www.destatis.de/fachkraefte.

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