BIP-Wachstum in Deutschland im 2. Quartal 2026

BIP in Deutschland wächst im 2. Quartal 2026 um 0,2% zum Vorquartal, Exporte steigen, Investitionen sinken. Destatis revidiert Daten bis 2011.

Von Herold Team2 Min. Lesezeit

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland ist im 2. Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozent gewachsen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag das BIP damit preis-, saison- und kalenderbereinigt höher als im 1. Quartal 2026. Für das Vorquartal wurde der Anstieg auf 0,4 Prozent revidiert; zuvor war ein Plus von 0,3 Prozent gemeldet worden.

Wie Destatis weiter mitteilt, nahmen die Exporte preis-, saison- und kalenderbereinigt gegenüber dem Vorquartal zu. Die Konsumausgaben entwickelten sich den vorläufigen Erkenntnissen nach verhalten, die Investitionen gingen zurück.

BIP auch im Vorjahresvergleich höher

Im Vergleich zum 2. Quartal 2025 lag das preisbereinigte BIP im 2. Quartal 2026 um 0,9 Prozent höher. Preis- und kalenderbereinigt betrug der Zuwachs ebenfalls 0,9 Prozent. Das Statistische Bundesamt begründet dies damit, dass die Zahl der Arbeitstage im 2. Quartal 2026 identisch zum Vorjahresquartal war.

Revisionen bis zurück ins Jahr 2011

Die Behörde hat die bisher veröffentlichten Ergebnisse der vergangenen vier Jahre, also der Jahre 2022 bis 2025, überarbeitet und neu verfügbare statistische Informationen in die Berechnungen einbezogen.

Für 2022 und 2023 änderte sich die Veränderungsrate des preisbereinigten BIP laut Mitteilung nur geringfügig. Für 2024 wurde die Entwicklung deutlich nach oben revidiert: Statt eines Rückgangs von 0,5 Prozent wird nun Stagnation, also 0,0 Prozent, ausgewiesen. Für 2025 blieb die BIP-Veränderungsrate mit plus 0,2 Prozent unverändert.

Abweichend zum üblichen Vorgehen wurden auch die Jahre 2011 bis 2021 überarbeitet. Dadurch wurden die jährlichen Veränderungsraten des preisbereinigten BIP für diese Jahre um bis zu 0,1 Prozentpunkte höher ausgewiesen. Insgesamt lag das BIP-Wachstum von 2011 bis 2021 damit um 0,8 Prozentpunkte höher.

Detaillierte Informationen zu den Revisionen will das Statistische Bundesamt am 25. August 2026 veröffentlichen.

Hinweise zur Einordnung

Das Statistische Bundesamt weist darauf hin, dass bei Konjunkturindikatoren unterschiedliche Vergleichszeiträume zu beachten sind. Im Fokus der Konjunkturbeobachtung steht der Vergleich der saison- und kalenderbereinigten Werte zum Vormonat oder Vorquartal. Der Vorjahresvergleich dient einem längerfristigen Niveauvergleich und ist von saisonalen Schwankungen weitgehend unabhängig.

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