Warnstreiks in deutschen Seehäfen: ver.di ruft Beschäftigte in Hamburg und Bremerhaven auf
In der Tarifauseinandersetzung bei den deutschen Seehäfen ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di zu Warnstreiks auf. Betroffen sind Betriebe an den Standorten Hamburg, Bremerhaven, Bremen, Wilhelmshaven, Emden und Brake. Die Arbeitsniederlegung beginnt nach Angaben der Gewerkschaft mit der Nachtschicht am Montagabend und soll 24 Stunden dauern.
ver.di-Verhandlungsführerin Sylvi Krisch sagte am Montag gemeinsam mit Francisca Bier, das Signal an die Arbeitgeber sei offenbar dringend nötig. Zuvor hatten die Beschäftigten in einer Befragung mit großer Mehrheit das bisherige Angebot des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) abgelehnt. Der Arbeitgeberverband reagierte darauf nach Angaben von ver.di mit Unverständnis und bot bislang keinen neuen Verhandlungstermin an.
Krisch erklärte, die Beschäftigten wollten ein besseres Angebot und hätten das auch verdient. Sie seien es, die in den Häfen die Infrastruktur am Laufen hielten und dafür sorgten, dass die Branche insgesamt stabil und erfolgreich unterwegs sei. ver.di erwarte, dass die Arbeitgeber einen dritten Verhandlungstermin vorschlagen. Wenn dafür Nachdruck nötig sei, werde man ihn liefern.
Forderung und bisheriges Angebot
ver.di fordert für die rund 11.000 Beschäftigten der Seehäfen eine Erhöhung der Stundenlöhne um 8,2 Prozent, mindestens aber um 2,50 Euro pro Stunde. Die Laufzeit soll zwölf Monate betragen. Die Mindesterhöhung soll nach Angaben der Gewerkschaft insbesondere die unteren und mittleren Lohngruppen stärken.
Der ZDS hatte zuletzt 5,1 Prozent mehr Lohn angeboten, dazu 300 Euro mehr Urlaubsgeld sowie eine Erhöhung der A-Pauschale um 460 Euro. Die Laufzeit des Angebots betrug 19 Monate. In der ver.di-Befragung hatte eine überwältigende Mehrheit der Beschäftigten dieses Angebot abgelehnt und vor allem die lange Laufzeit sowie die aus Sicht der Gewerkschaft zu geringe Erhöhung für untere Lohngruppen kritisiert.
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